Hilfe, mein Kind hat einen Wutanfall!

VON DORIS GANTENBEIN AM 01.03.2018

Beziehung statt Erziehung - Einzigkeit, Eltern-Coaching

Hast Du schon mal erlebt, wie Dein Kind wütend und wild schreiend um sich geschlagen hat und kaum zu beruhigen war?

Eine solche Situation kann ganz schön beängstigend sein.

Ganz egal, ob es sich um einen heftigen oder eher milderen Wutanfall handelt: Im Normalfall reagieren die meisten Eltern genervt und ebenfalls wütend auf den Gefühlsausbruch ihres Kindes.

Das macht jedoch alles nur noch schlimmer. Deshalb möchte ich Dir in diesem Artikel Wege aufzeigen, wie Du Dein Kind in seinem Schmerz liebevoll begleiten und unterstützen kannst, ohne seine Gefühle zu unterdrücken.

Bleibe ganz ruhig

Dies ist der allerwichtigste Punkt: Bleibe ganz ruhig!

Ich weiss, es klingt einfacher als es ist. Doch es ist machbar und auch Du kannst das schaffen.Anstatt der Wut Deines Kindes ebenfalls mit Wut und Geschrei zu begegnen und Dich somit von Deinem Kind zu distanzieren, kannst du versuchen, erstmal tief durchzuatmen.

Dein Kind übernimmt sehr schnell Deine eigenen Gefühle und Du machst es Deinem Kind einfacher, sich zu beruhigen, wenn Du selber ruhig bleibst.

Schenke Deine Aufmerksamkeit

Schenke Deinem Kind die volle Aufmerksamkeit und nimm es ernst, während es seine Gefühle ausschüttet. Höre ihm aufmerksam zu.

Auch wenn Du in diesem Moment vielleicht am Liebsten weit davonlaufen würdest: Jetzt braucht Dein Kind Dich dringender denn je.

Respektiere die Gefühle

Respektiere die Gefühle Deines Kindes und lasse ihm freien Lauf, diese ausdrücken zu dürfen anstatt herunterzuschlucken. Es ist völlig in Ordnung, dass Dein Kind auch mal wütend ist.

Für Dich als Mutter oder Vater mag sich dieser Gefühlsausbruch Deines Kindes äusserst unangenehm anfühlen. Doch für Dein Kind ist dies sehr heilend. Dadurch bekommt es die Chance, auf eine gesunde Art und Weise seine Gefühle loszulassen und wieder mehr in Einklang mit sich zu kommen.

Drücke Deine Liebe aus

Drücke Deine bedingungslose Liebe aus und sag Deinem Kind, wie sehr Du es liebst.

Vielleicht neigst Du in solchen Situationen normalerweise dazu, Deinem Kind erstmal Deine Liebe zu verweigern, um ihm somit zu verstehen zu geben, dass Du sein Verhalten nicht tolerierst. Du erhoffst Dir damit, Dein Kind besinnt sich und wird wieder vernünftig.

Das Verweigern Deiner Liebe hinterlässt jedoch tiefe Spuren bei Deinem Kind und führt eher zu weiteren Wutanfällen als zur Einsicht. Beim Kind kommt somit folgende Botschaft an: «Ich bin nicht gut, Mama hat mich nicht lieb!»

Deshalb: Liebe Dein Kind am Meisten, wenn Du denkst, es verdient es am Wenigsten.

Dein Kind braucht jetzt Deine ganze Liebe. Auch wenn Dich sein Verhalten momentan ziemlich stark herausfordert, gib Deinem Kind zu verstehen, dass Du für es da bist. Dass Du es liebst.

Bestätige Dein Kind

In unseren Augen harmlose Sätze wie: «Das ist doch gar nicht so schlimm!» Oder: «Was hast denn Du getan, damit dies passiert ist?» erzeugen in der Regel einen noch grösseren Wutanfall. Denn jetzt kommt zusätzlich zum Schmerz, den das Kind bereits in sich trägt, noch der Schmerz hinzu, beurteilt und nicht angehört zu werden.

Sinnvoller ist es, erstmal abzuwarten und die Gefühle Deines Kindes zu bestätigen: «Ich sehe, das macht Dich sehr wütend.» Mit echter Bestätigung ohne versteckte Urteile oder Ratschläge hilfst Du Deinem Kind, seine Gefühle durch Weinen auszudrücken, was zur emotionalen Genesung führt.

Gib Deinem Kind dabei genügend Zeit und unterstütze es, seine eigenen Einsichten zu erzeugen.

Sorge für Sicherheit

Was ist, wenn Dein Kind in seiner Wut destruktiv wird und beginnt, Dinge kaputt zu machen oder andere Personen zu verletzen?

Solange die Destruktivität für alle Beteiligten sicher ist, besteht kein Grund, Dein Kind darin zu bremsen.

Angenommen, Dein Kind schlägt sein Kuscheltier immer und immer wieder kraftvoll auf den Boden. Geht das Kuscheltier dabei kaputt? Nein. Geht der Boden dabei kaputt? Nein. Tut es dem Kuscheltier weh? Nein. Gibt es einen vernünftigen Grund, dass Dein Kind dies nicht tun darf? Nein. Hilft diese Aktion Deinem Kind, seine Wut auszudrücken? Ja.

Solange nichts kaputtgeht, kannst Du dies ruhig zulassen. In diesem Beispiel lässt das Kind glücklicherweise seine ganze Wut dem Kuscheltier aus. Es hat ein Gefäss gefunden, seiner Wut Luft zu verschaffen. Darüber kannst Du Dich freuen.

Anders sieht es aus, wenn Dein Kind beginnt, Gegenstände kaputt zu machen. Hier ist eine klare Grenze und ein deutliches Stopp angesagt.

Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn Dein Kind andere zu verletzen beginnt. Das ist absolut nicht akzeptabel.

Gib Deinem Kind – ohne es zu verurteilen, zu beleidigen oder zu verletzen –  Folgendes zu verstehen: «Es ist in Ordnung, wenn Du weinst, schreist und gewisse Dinge tust. Jedoch andere zu verletzen oder Dinge zu zerstören ist nicht akzeptabel und muss klar und schnell gestoppt werden.»

Beginne danach mit der Detektivarbeit

Sobald Dein Kind sich beruhigt hat, beginnt für Dich die Detektivarbeit.
Zwar ist jetzt der grösste Sturm vorüber und äusserlich mag es aussehen, als wäre die Welt wieder in Ordnung. Doch die ursächlichen Gefühle, welche Dein Kind zu einem Wutanfall veranlasst haben, sind in der Regel noch nicht verschwunden.

Denn: Destruktives und aggressives Verhalten deuten stets auf einen grossen Schmerz im Kind hin.

Und hier gilt es, genauer hinzuschauen: «Weshalb hat mein Kind reagiert, wie es reagiert hat? Wo liegt die Ursache seines Schmerzes? Was genau braucht mein Kind?»

Um diese Fragen zu ergründen, kannst du versuchen, diese ganze Situation und den Alltag Deines Kindes so ganzheitlich wie möglich aus einer Vogelperspektive zu betrachten, um immer mehr die Gründe für den stattgefundenen Wutanfall sehen und erkennen zu können.

Ich wünsche Dir in diesem Sinne viel Heilung durch den Wutanfall Deines Kindes.

Wenn Dich dieser Artikel anspricht und Du nun sagst, dass Du wirklich Unterstützung möchtest, um Deine Beziehung zu Deinem einzigartigen Kind in aller Tiefe zu erkunden, dann melde Dich direkt zum kostenlosen Erfüllungsgespräch von ganzen 45 Minuten mit mir an. Gemeinsam finden wir heraus, wo Du stehst, wie ich Dich unterstützen kann und welches Deine nächsten Schritte sind.

Ich freue mich auf Dich.

 «Lass die Beziehung zu Deinem Kind in voller Pracht erblühen – für Dich und Dein Kind!»

Doris Gantenbein

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